Mittwoch, Februar 14, 2007

Insomnia


"I can`t get no sleep"... So und weiter der Text eines genialen Liedes von Faithless..
Wie treffend. Schlaflos in Brackwede quasi. Der neue Tag hat längst begonnen und ich wälze mich schlaflos in meinem Bett hin und her. Gewohnte Tricks wie lesen, Fenster öffnen, Schäfchen zählen und so weiter versagen auf das übelste und selbst die eintönig beruhigende Stimme des Herrn Domian wiegen mich nicht ins Land der Träume. Meine Gedanken gehen Gassi mit mir und mein Kopf ist eine herrliche Kirmes mit vielen Attraktionen, nur eine fehlt: der Sandmann. Und ich lausche den Geräuschen, die unser Haus produziert. Hier knarzt es, dort rumpelt es, meine Nachbarn haben sich heute Nacht auch mal wieder "besonders" gern und ich verlasse komplett genervt mein Bett, das geht nun wirklich über meinen Nachbarschaftssinn hinaus. Mit der Gewissheit im Hinterkopf, das ich heute früh um 9Uhr einen Termin habe, der mich zwingt um halb acht aufzustehen, verlasse ich das Schlafzimmer und koche einen Tee. Dabei kommt mir der Gedanke, das ich meine Teekanne mal entkalken könnte. Sinnvolle Tätigkeit Nachts um 01:30h. Der Blick in den Kühlschrank tröstet mich wenig, denn ich habe vergessen einzukaufen. Also benenne ich eine Möhre zu meinem deluxe Mitternachtssnack der Wahl und werfe den PC an. Vielleicht schläfert das www mich ja ein (ohja, ich habe gerade gegähnt!)
Schlaflos sein. Wie schlimm ist das wohl, wenn es einen mehr als einmal in der Woche trifft? Gerädert aufwachen, am liebsten wieder umdrehen und weiter schlafen, aber die Pflicht zwingt einen das Bett zu verlassen... An was für einen Unfug man so denkt, wenn man gedankenverloren im Bett liegt, die Uhr beobachtet und Minuten zu Stunden werden. Wie sehr man sich in solchen Momenten den Holzhammer herbeisehnt, der einen schnell und schmerzhaft ins Tal der Träume schickt. Oder ein Mittelchen, das man einnehmen kann und friedlich einschlummert. Aber nichts dergleichen ist verfügbar und so zähl ich weiter die Minuten, die im Schneckentempo dahinschleichen, höre Domian zu und überlege mir, was ich zum heutigen Thema, "Zwanghaftigkeit", beizusteuern hätte. Hm, eine Menge, aber nicht genug um mit den Schicksalen, die dort anrufen, zu konkurieren.
Also verarbeite ich mein heutiges Leiden im blog, schreiben hilft ja bekanntlich, das nachdenken macht mich sogar ein wenig müde. Trotzdem fühle ich mich hellwach. Ich zappe kurz durch das nächtliche TV Programm, errate in Mordsgeschwindigkeit die ach so schweren Rätsel auf 9Live, T5, Viva und co, würde mir am liebsten die ultramoderne Miederwäsche bei HSE24 bestellen, um sie dann meiner Nachbarin von unten zu schenken und linse kurz in die Spätnachrichten hinein. Beruhigend: die Welt ist immernoch böse
Ich werde wohl doch einen neuen Versuch starten, denn meine Wecker ermahnen mich, schnell zu schlafen. Mein Gott, 1:43h, einen erholsamen Schlaf kann ich wohl nun ad acta legen.

Sleep well
Trine*

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Halloele,

viele viele wahre Worte in diesem Post hier, kommt mir alles relativ bekannt vor....
Es macht Spass, diese Posts hier zu lesen, anstaendig formuliert und jede Zeile bringt neuen Lesespass.
Mach weiter so, zum Lesen komme ich auf jeden Fall wieder.

Nur leider hat der Link zu ICQ nicht funktioniert - warum auch immer.

Zum Schluss sei noch gesagt, dass mich auch deine megageilen (stumpfer Ausdruck, aber wahr) Locken und dieses mehr als angenehme Laecheln inspiriert haben...

meet you at icq "two zero three seven five one zero one seven)