
Aufstehen, zur Arbeit gehen, seinen Kram erledigen, Freunde treffen, Sozialen, beruflichen und Familiären Verpflichtungen nachkommen - LEBEN!
So sieht der Alltag eines fast jeden jungen Menschen zwischen 20 und 40 aus - man befindet sich mitten in der Rush Hour. Nur manchmal gerät das LEBEN in ein Ungleichgewicht, auf einmal arbeitet man mehr als sonst, kommt nur noch den Verpflichtungen nach und alles andere bleibt auf der Strecke. Die Freunde beschweren sich, das man kaum noch Zeit hat, die Familie plärt, das man schon ewig nicht mehr Sonntags beim Kaffetrinken war und im schlimmsten Falle geht die Beziehung in die Brüche. Nach dem Sport leidet man an Herzrasen, ein Hörsturz gesellt sich zum nächsten, aber trotzdem findet der der Arzt keine körperliche Ursache, rät "Gönnen Sie sich mal eine Auszeit". Auszeit? Was ist das? Mal entspannen, mal abschalten, mal ein gutes Buch lesen - all das funktioniert nicht mehr. Und recht schnell drängt sich ein Gedanke auf, der Gedanke heißt: "Burn Out"
Mit meinen zarten 26 Jahren befinde ich mich gerade am Anfang meiner Rush Hour, sicher kommt noch eine Menge mehr in meinem Leben. Trotzdem kam die Diagnose vor wenigen Monaten recht unvermittelt und hart auf mich zu. Es ging nichts mehr und ich mußte mich notgedrungen in Behandlung begeben. Aber was ist eigentlich ein Burn Out? Was passiert mit einem, wenn NICHTS mehr geht?
In der Regel wächst die Frustration auf das eigene Leben, man beginnt nichts mehr zu empfinden und alles, wirklich alles wird zur alltäglichen Last. Nachts ist man wach, tagsüber läuft man wie ein Zombie durch die Gegend - man resegniert. Häufig gesellen sich körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Magendrücken, Verspannungen und Knochenschmerzen hinzu. Trotzdem powert man immer weiter und weiter aus Angst zu versagen und Kollegen, Familie und Freunde zu enttäuschen. Irgendwann ist man komplett ausgebrannt und muß die Reißleine ziehen.
So war es auch bei mir und ich habe mich, wie gesagt in proffessionelle Behandlung begeben - fast 4 Monate war ich teilstationär in einer Klinik. Mit Erfolg? Ja, mit großem Erfolg!!! Mittlerweile weiß ich wieder was entspannen heißt, kann mir meine Ruhe gönnen und es zulassen, mal NICHTS zu tun... Meinen Job als Altenpflegerin habe ich an den Nagel gehängt und beginne nun etwas völlig neues - ich mache mein Abitur nach.
Es läßt sich nicht in Worte fassen, was man während so einer Erkrankung durchmacht, was man empfindet, wenn man sich in fachliche Hände begeben muß um zu überleben. Aber es ist schaffbar.
Traurig nur, das es JEDEN treffen kann. Den Manager, die Hausfrau, die Krankenschwester, den Frisör, einfach JEDEN - gerade in der Rush Hour des Lebens...
Link: www.stern.de/burnout - ein Selbsttest
Watch out for: "Menschen Hautnah" - Leben mit dem Burn Out im WDR. Dort wird mein Weg und der eines Mitpatienten dokumentiert. Geplante Ausstrahlung Januar 2008
Stay cool
Trine*

2 Kommentare:
Trinchen ich bin SO stolz auf dich... .
Hört sich ja wirklich an, als würde langsam Alles wieder in's Gleis kommen.
Auch wenn ich ein wirklich treuloser Freund bin, denke ich doch Hin&wieder und garnicht seltenan dich, an die junge Frau, die schon eine Biografie hat wie manche 50 Jährige und schon so viel durchmachen musste.
Und dann bin ich umso dankbarer für dass was Vivi und ich haben und unsere "häuslichen" kleinen Probleme kommen mir so unwichtig vor.... .
Ich drück dir die Daumen und sag mir bloß rechtzeitig Bescheid wegen Ausstrahlung der Sendung etc... .
Ich drück dich!
Markus.
da capo, da capo!
Du hast dir selbst ein Denkmal gesetzt mit dem was du bis jetzt getan hast.
Wir sind die erschaffer unserer Zukunft,
der Wahn alles auf einmal zu erledigen und dann auch noch best ist die Krankheit des 21 jahrhunderts.
Wir sind in eine Welt voller Veränderungen geboren worden die sich immer schneller dreht, Und wir drehen uns mit,, immer schneller bis uns schwindelig wird zu Boden fallen und alles mit uns reissen.
Aber du bist aufgestanden und gehst deinen Weg, Ich bin so stolz auf DICH!
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