Donnerstag, September 20, 2007

Alles schön?


Heute saß ich in der Bahn, fuhr von A nach B und es stieg in Päärchen zu. Ich betrachtete die beiden genauer und machte mir so meine Gedanken zum Thema "schön sein". Die beiden gehörten ganz Augenscheinlich zu der Gattung Mensch, die nicht unbedingt durch Schönheit gezeichnet waren. ER, eher untersetzt und klein, Bürstenschnitt, Boxernase, schmale Lippen und finster drein blickende Augen. Fröhlich schauen war heute wohl ausverkauft... SIE, die Blondierung hatte ein gefährliches Außmaß an herauswachsen angenommen, schlecht geschminkt, viel zu grell und dunkel, schlechte Zähne und schiefes lachen. Ich kann nicht sagen, ob die beiden Glücklich sind in ihrem Leben, das konnte ich in diesem Ausschnitt nicht erkennen, nur SCHÖN waren sie beide nicht.
Aber was ist Schönheit schon? Manchmal habe ich das Gefühl, das in unserer heutigen Gesellschaft Schönheit alles bedeutet. Von den Medien wird uns vorgelebt, welche Körpermaße wir haben sollten, damit wir ein geiles Leben haben. Fehlen uns die Traummaße, sollten wir uns schleunigst unters Messer begeben, damit wir HINTERHER ein geiles Leben führen können.
Wie verflucht oberflächlich ist unsere Welt doch geworden. Bei den kleinsten Dingen fällt mir immerwieder auf, wie sehr sich unser denken verändert hat und ich schließe mich traurigerweise nicht davon aus. Auch ich betrachte lieber einen schönen Menschen, mit nahezu Idealmaßen, als einen kleinen dicken, krumm und schiefen mit Glatze und schiefen Beinen.
Es erschreckt mich, denn in frühen Jugendjahren habe ich mir mal auf mein Fähnchen geschrieben, das ich mich keinen Oberflächlichkeiten hingeben will. Aber was tue ich jeden Morgen? Ich stehe vor dem Spiegel, trage Make up auf, tusche mir die Wimpern und style meine Haare. SO lange, bis ich mich für weggehtauglich befinde, weggehtauglich im Sinne des Gesellschaftsanspruches an Schönheit.
Ich wage mal zu behaupten, das es der liebe Gott und die Gene meiner Eltern recht gut mit mir gemeint haben, ich sehe wohl nicht allzu schlecht aus. Welch Glück, halbwegs dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen, auch wenn mein kleiner Speckbauch sicherlich keine Modelqualitäten vorweist.
Aber was tut man nur, wenn weder Make up, Wimperntusche und co helfen, die offensichtlichen Makel zu verbergen? Ist das Leben deshalb ungeiler? Ist man deshalb gleich ein schlechterer Mensch?
Laut unserer Gesellschaft JA! Aktuelle Studien zeigen, das schöne Menschen durchschnittlich mehr Geld verdienen und in besser gestellten Positionen arbeiten. Angeblich sind gutaussehende Menschen glücklicher! Ist das so? Und wer gibt schon gerne von sich selber zu, das er häßlich ist? Und WAS ist überhaupt häßlich? Liegt Schönheit nicht immernoch im Sinne des Betrachters? Meine Katze zum Beispiel: Sie hat einen struppigen Hängebauch und ist (Charakterlich gesehen) ein wirkliches Miststück. Trotzdem finde ich Sie wunderschön. Ich liebe ihre weiße kleine Stupsnase und die Art und Weise, wie Sie sich Abends auf dem Sofa an mich kuschelt

Fazit:
Leider leider verkommt unsere Gesellschaft immer mehr zur Oberflächlichkeit, was mich nicht gerade glücklich macht.
Ich für meinen Teil werde trotzdem weiterhin versuchen, HINTER das Gesicht zu schauen, denn auf seine ganz persönliche Art ist doch JEDER Mensch irgendwie schön, oder??

Stay tuned

Trine*