Meine Arbeit macht mir Spaß.
Ich lerne Menschen kennen, die ich ohne meinen Job niemals kennengelernt hätte.
Lache und weine mit ihnen.
Helfe ihnen und unterstütze Sie.
Sie wachsen mir ans Herz und ich teile ihr Leben mit meinem und Meins mit ihrem.
Teilweise wissen manche meiner Kunden mehr über mich, als manch ein Freund oder Nachbar.
Diese Menschen gehören einfach zu meinem Leben und ich freue und ärgere mich über Sie, mit ihnen und bei ihnen.
Aber es gibt etwas, was mir meinen Job vermiest.
Eine Tatsache, die mir gerade in der Weihnachtszeit, aber auch sonst, einfach nicht angenehmer wird:
Die Nachricht: "Herr/ Frau Xyz ist verstorben"
Jedesmal ein Schlag ins Gesicht mit einem eiskalten Waschlappen, eine Nachricht, die nachhallt...
Und jedes mal müßen wir uns geschlagen geben.
Wir, meine Kollegen und ich, haben ALLES Menschenmögliche in Bewegung gesetzt, das der/ die Kundin/ Kunde/ Patientin/ Patient ein würdiges Leben in den eigenen Vier Wänden, bei der eigenen Familie hat und sich wohlfühlt.
Wir führen Gespräche mit Ärzten, Behörden, Angehörigen, leiern Anträge und Pflegematerialien an und arbeiten rund um die Uhr.
Und trotzdem geschieht das unausweichliche:
gegen den Tod sind wir machtlos.
Und es ist ungerecht...
Gerade habe ich mit meiner gesamten Familie den 4. Advent verbracht. Wir haben gut gegessen, zusammen gelacht und gespaßt. Und ich habe noch die vielen schönen Momente im Kopf, aber sie werden zunichte gemacht.
Denn es gibt eine Familie mehr auf dieser Welt, für die es die schlimmsten Weihnachten sein wird.
Nein, meine Arbeit macht nicht immer Spaß...

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